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Zum Tod von Papst Johannes Paul II. vor 20 Jahren

Von Gelingen und Scheitern

Der Wind blätterte im auf dem Sarg liegenden Evangelium. Die Kardinäle in Rot (hier ist es die älteste der Trauerfarben der Kirche, welche die der Päpste geblieben ist) gaben dem Heiligen Vater aus Polen das letzte Geleit. Und mit ihnen Tausende und Abertausende, in Rom und über den Erdkreis verteilt. Diese Totenmesse vor dem Petersdom war wahrscheinlich die größte Begräbnisfeierlichkeit der bisherigen Geschichte; keine Überlieferung berichtet von Vergleichbarem. 

Der Dank der Menschen für ein außerordentliches Pontifikat. Und auch globale Manifestation der Sehnsucht nach dem gerechten Herrscher.

In der Tat: Der Papst ist noch (und das ist gut so) regierender Monarch, nicht pseudodemokratischer Popanz undurchsichtiger Interessen oder durch Wahlkämpfe frühverbrauchter Zeitgeistpolitiker; jedenfalls nicht Johannes Paul II.

Und dieses sein Requiem war ein machtvoller Gegenakzent zum aktuellen Verfall der Kirche, zeigend, was alles nicht mehr möglich sein wird, wenn es den Modernisten gelingen sollte, das Papsttum zu demontieren. Denn noch kann die Kirche, inmitten momentanen Niederganges, der auch der Niedergang unserer Zivilisation ist, ungeahnte Stärke entfalten und eine Ahnung davon vermitteln, dass über sie, die ja „Heilsgut der gesamten Menschheit“ ist, noch Weichenstellungen möglich sind, die uns aus weitreichender Fäulnis wieder herausführen. Und wesentlich für diese Stärke ist eben das Papsttum, weswegen es ja auch permanenten Angriffen und „Reformvorschlägen“ ausgesetzt ist.

Requiem für Papst Johannes Paul II. am 8. April 2005, zelebriert von Kardinal Joseph Ratzinger

Johannes Paul II. war einer der großen Päpste in der Geschichte der Christenheit; er war es im politischen Sinne, er war es vor allem auch im moralischen Sinne. Ein wahrer Fürst der Kirche, zugleich einer ihrer bedeutenden Gelehrten und Seelsorger; keine Memme, kein Dümmling, kein Korruptionist – ein Heiliger, wie wir jedenfalls glauben. Ein Mann, der sagte, was er dachte, und der tat, was er sagte.

Vom Gelingen …

In enger Kooperation mit den USA unter Ronald Reagan hatte er maßgeblichen Anteil am Niederbruch des Kommunismus in Europa; viele historische Quellen und Zeugnisse belegen es. Weltgeschichtliche Bedeutung des Papsttums entfaltete sich von Beginn dieses Pontifikates an und wurde durch das Attentat von 1981 nicht nur nicht revidiert, sondern noch wirkmächtiger.

Zugleich wandte sich der Papst gegen alle Spielarten des Materialismus, ob in kommunistischer, ob in kapitalistischer Fassung. Jener „dritte Weg“, der Weg, den die Kirche in ihrer Katholischen Soziallehre so unerreicht dargelegt hat, wurde von ihm in seinen überaus bedeutenden Sozialenzykliken und in zahllosen Ansprachen und Predigten nachdrücklich verfochten. 

„Widersetzt euch allem, was der menschlichen Würde widerspricht“; dieser Satz Karol Wojtyłas, 1979 in Polen gesprochen, hat auch heute nichts an Brisanz eingebüßt.

Dieser Papst war eine der größten moralischen Instanzen seiner Zeit; erschütternd seine Worte von der Verfinsterung der Welt durch eine „Kultur des Todes“; klarsichtige Analyse und prophetische Warnung zugleich.

Gewaltig sein nicht nachlassender Kampf gegen den Völkermord der Abtreibung; seine Enzyklika „Evangelium Vitae“ von 1995 ruft einer Menschheit auf Abwegen, aber auch dem eigenen Klerus in klaren Worten die christliche Lehre über den unveräußerlichen Wert des menschlichen Lebens, die Würde der Person und die gegenwärtigen Bedrohungen des humanen Fundaments der Gesellschaft in Erinnerung.

Papst Johannes Paul II. wird vom bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) bei seinem Besuch in München 1987 vom Flughafen abgeholt

Ebenso gewaltig sein nicht nachlassender Kampf um Gerechtigkeit in der internationalen Ordnung; gegen zahlreiche der fatalen Irrtümer unserer Zeit wie Profitwahn, Verschwendungssucht, Feminismus, „Theologie“ der „Befreiung“.

Seine Reisen über alle Kontinente als ein einziger machtvoller lebenslanger Kreuzzug; zuletzt gebeugt, von Alter und Krankheit gezeichnet, aber immer noch tapfer das Evangelium in alle Himmelsrichtungen tragend. Die wunderbare Vielzahl an Heiligen und Seligen, um die uns dieses Pontifikat reicher gemacht hat – menschliche Brücken ins Paradies; dem Rufmord zum Trotz auch Kaiser Karl I. von Österreich darunter. 

Bis zuletzt hat dieser Papst mit und in großartigen Bildern agiert – altes Erbe der Kirche. Schließlich sein würdig ertragenes Leid und glaubensstarkes Sterben. Das Leben dieses Mannes: beeindruckendes persönliches Zeugnis und Vorbild für uns alle.

… und vom Scheitern

„Der Mensch ist der Weg der Kirche“, so die vielzitierte Aussage aus seiner ersten Enzyklika „Redemptor hominis“ (1979). Dem muss man auch als Traditionalist nicht widersprechen; dies freilich nur eine Facette der Wahrheit. „Christus ist der Weg der Kirche“ würde das gleiche meinen, darüber noch hinausweisend. „Tradition ist der Weg der Kirche“ wäre ebenso richtig; die Wahrheit von Christi Leben und Wirken ist uns überliefert, tradiert worden, und soll von uns weitergegeben werden; an der Lehre Christi und der Apostel festzuhalten (Apostelgeschichte 2,42) ist uns wesentlicher Auftrag. 

Gewiss Selbstverständlichkeiten: Eine Kirche, die sich gegen den Menschen stellt, wäre ebenso undenkbar wie eine Kirche, die sich gegen Christus stellt, oder eine Kirche, die sich gegen die eigene Tradition stellt.

Hier aber sind wir beim zentralen Phänomen der Modernismuskrise unserer Tage, denn zumindest letzteres ist längst der Fall. Und Krise meint hier jenen existenzbedrohenden Verfallsprozess, in welchen die Kirche seit den sechziger Jahren geraten ist. Die Krise hat längst den Zusammenhalt der gesamten Institution in Gefahr gebracht; hat die klerikale Disziplin zerbrochen, die klerikale Lebenseinstellung erodiert; hat die traditionell gewachsenen Formen des Katholizismus und die Volksfrömmigkeit zerstört, hat die Liturgie deformiert; hat die gesellschaftspolitische Prägekraft des Katholizismus dramatisch vermindert.

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Die Krise hat längst von der Zerstörung der Formen auf die Zerstörung der Inhalte übergegriffen (was die Konservativen ja stets vorhergesagt haben); hat eine häretische und an die Irrtümer der Moderne um jeden Preis anpassungswillige „Theologie“ hervorgebracht; beeinträchtigt die Evangelisierung; hat in die Instrumentalisierung der Kirche durch die Linke geführt; hat einen „Katholizismus“ erzeugt, dessen Substanz ausgedünnt, dessen innere Abwehrkraft zersetzt wurde, und der daher zunehmend keine Alternative mehr zu den drastischen Fehlentwicklungen der Gegenwart darstellt.

Lehrer oder Regierer

Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Vatikanum haben also – nicht bloß wir, auch seinerzeit hochrangige Kardinäle wie Josef Ratzinger etwa haben es mehrfach festgestellt in dramatischen Verfall und in offene Apostasie großer Teile von Klerus und Volk geführt. Europa ist zu einem Kontinent ungeahnter, rasch voranschreitender Entchristianisierung geworden. 

Schuld daran sind gewiss auch Außenfaktoren, Schuld daran tragen entscheidend aber Verrat und Identitätsverlust (Traditionsverlust) im Inneren der Kirche selbst; richtiggehender Hass eines progressistisch gewordenen Klerus gegen bis vor kurzem noch geheiligte Überlieferungen tobt.

Von gewissen, freilich nie konsequent durchgesetzten Versuchen, hier gegenzusteuern, abgesehen, liegt in der Passivität gegenüber diesem Traditions- und Werteverlust ein bedrückendes Element des Scheiterns dieses großen Pontifikates. Die Gründe dafür scheinen mannigfaltig. Johannes Paul II. dürfte der historische Zugang zu den Problemen mitunter zweitrangig gewesen sein, ein „blinder Fleck“, der ihn als Kind seiner Zeit ausweist, die generell an mangelndem Geschichtsverständnis leidet.

Er gelangte überdies nie zu einer konsequenten Personalpolitik; drei rechts, drei links, drei fallenlassen – manche Ernennungen, so die der linken Kardinäle Walter Kasper und Karl Lehmann, sind schlicht als skandalös zu bewerten. Johannes Paul II. äußerte einmal, dass sich ein Papst entscheiden müsse, bezogen wohl auf den Einsatz seiner Kräfte, entweder Lehrer oder Regierer zu sein und dass er sich für das Lehren entschieden habe.

Die modernistische Pest entfaltete sich weiter

Und in der Tat: Der verstorbene Papst war einer der großen Lehrer der Kirchengeschichte, und seine Mahnungen und Lehren haben sich mutig (und vielleicht auch rettend) gegen den Wahnsinn unserer Gegenwart gestellt. Die Kirche aber hat er sehr leger geführt und dies leider in einer Zeit, die schärfster Anspannung der Kräfte bedurft hätte. Von daher und mit seiner Personalpolitik zusammenhängend verfiel fortgesetzt die Disziplin im Inneren, nach dem Pontifikat des großen Pius XII. allmählich ausbrechend und bislang nicht unter Kontrolle gebracht. Allzu selten nur bestrafte Johannes Paul II. klerikalen Verrat mit Amtsverlust.

Trotz gelegentlicher Sanktionen und Abwehrversuche entfaltete sich die modernistische Pest weiter über die katholische Christenheit und die Kirchenstrukturen, unterstützt von Bischöfen, die dieser Papst ernannt hatte, und von einem skrupellosen Laienfunktionärstum mitverbreitet, welches, ebenso selbstermächtigt wie sich selbstbedienend, das hoffärtige „Kirche sind wir“ postulierte. Das traditionstreue Kernsegment der Gläubigen wie des Klerus wurde mit progressistischer Aggression weitreichend alleingelassen. Ein Moment des Versagens und der Schuld dieses Papstes, das wir nicht verschweigen werden.

Papst Joahannes Paul II. 1979 in Mexiko-Stadt

In diesem Zusammenhang steht auch der Konflikt mit Erzbischof Marcel Lefebvre, dem Streiter für das Festhalten an der Überlieferung und damit gegen die Selbstaufgabe der Kirche. Dieser Konflikt brach schon unter Papst Paul VI. aus, dem Förderer all jener Fehlentwicklungen, die uns heute ins Desaster gebracht haben, und wurde aus Ignoranz dem gerechten Anliegen dieses mutigen Mannes gegenüber – immerhin einem der erfolgreichsten Missionsbischöfe des 20. Jahrhunderts – auch von Johannes Paul II. nicht beendet. 

Ein heiligmäßiger Papst und ein heiligmäßiger Bischof und Bekenner im Widerstreit – Signum der Zerrissenheit unserer Zeit. Marcel Lefebvre, der Heilige des Ungehorsams. Spätere Generationen werden es erkennen.

Die Ökumene

Auch Papst Benedikt XVI. sprach in bewusster Fortführung der Politik seines Vorgängers und demonstrativ anlässlich seiner Inthronisation am 24. April 2005 (gestützt hierbei auf die Worte des Evangeliums) vom Auftrag zur Einheit (unter den Katholiken, den Christen, den Menschen aller Völker und Kontinente) und von der einen Herde und dem einen Hirten. Die Ökumene, den Konservativen vielfach zum massiven Ärgernis geworden, ist ambivalent. Johannes Paul II. wird als der Papst der Ökumene in die Geschichte eingehen.

Das Ringen um gegenseitigen Respekt in „versöhnter Verschiedenheit“ ist durchaus akzeptabel und deutet uns gewaltige Möglichkeiten der Umformung der Welt im Geist der Nächstenliebe an: Der Versuch, das zerbrochene Christentum wieder zu sammeln – so im Betonen von Gemeinsamkeiten mit Orthodoxie und Protestantismus; der Versuch, alte und gewiss gegenseitige Feindschaften zu beenden – so vorzugsweise im Dialog mit Judentum und Islam; der Versuch, in gemeinsamer Gegenwehr eine Stimme für die Rechte des Menschen (als Ebenbild Gottes) und gegen den Irrsinn menschlicher Selbstzerstörung zu erheben – so etwa 1994 in der Schaffung einer breiten interreligiösen Abwehrfront gegen die globalen UN-Abtreibungspläne; all das konnte nur freudigen Herzens begrüßt werden.

Aber die Schattenseiten gab und gibt es auch: Zusammenbruch der Mission, krasseste Desorientierungen in Klerus und Volk, Synkretismus. Auftretende Problemzonen nur am Beispiel des Dialoges mit dem Protestantismus angedeutet: Etwa die verunglückte „Gemeinsame Erklärung“ zur Rechtfertigungslehre, einem der zentralsten Bereiche des Glaubens – von der Mehrzahl der Medien und auch Klerikern fälschlich, aber unwidersprochen dahin ausgelegt, dass die Kirche nunmehr die theologisch unhaltbaren Prädestinationsauffassungen übernommen hätte. 

Weiter: permanentes aggressives Einfordern einer „(Mahl)-Gemeinschaft“ mit christlichen Denominationen, die alles signifikant Katholische ablehnen; zuletzt die beständigen Versuche, den katholischen Klerus durch Laienfunktionäre protestantischen Zuschnitts zu ersetzen. All das zeigt die Gefahr einer sich in einseitigem Ökumenismus massiv protestantisierenden und laikalisierenden, also sich „modernisierenden“ (= verweltlichenden) Kirche, die damit katholische Substanz und Einheit im Inneren einbüßt.

Das Streben nach umfassender Harmonie, nicht nur mit den anderen Religionen, sondern auch mit (einstmals?) feindlich gesonnenen Weltanschauungen, entartet unter dem Druck der Verhältnisse zum opportunistischen Appeasement mit dem jeweils Stärkeren und zur Aufgabe der Wahrheit zugunsten zeitgeistgefälliger Mode-Theologie. Desintegration, gegenwärtig überall in der katholischen Welt zu beobachten, ist Folge auch davon. Die Weltgebetstreffen in Assisi sind den Katholiken vielfach, gestützt hierbei auf die Worte des Evangeliums, schwere Irritation.

Johannes Paul II. hat das gewiss nicht beabsichtigt. „Assisi“ wäre wohl in der eigentlichen Intention verständlicher und unwidersprochener, hätte man nicht zugleich den Eindruck eines umfassenden Verrates des Klerus am Schatz des Glaubens. Zum Beispiel der deutsche Bischof Franz Kamphaus (1932-2024), umstrittener Extremprogressist. Er wurde mit Worten zitiert, die Teile des Credos leugnen: „Christen glauben […] nicht an die Ewigkeit des Geistes und die Unsterblichkeit der Seele …“ (FAZ, November 2004).

Das ist genau jener ungeheuerliche Verrat, von welchem wir sprechen. Solches desavouiert nicht nur den Episkopat insgesamt, es stellt auch eine Ökumene in Frage, die sich in Kombination mit klerikaler Treu- und Geistlosigkeit fast nur mehr als Autolyse darstellt. Dem Traditionsverlust folgt der Glaubensverlust, und dem Verrat an Christus (nach solchem sieht etwa die Art gegenwärtiger ökumenaler Praxis oft aus) folgt selbstverständlich der Verrat am Menschen (die lasche Haltung vieler Kleriker zum Abtreibungsmord ist bezeichnend) – alles hängt eben zusammen. Die Erklärung „Dominus Jesus“ (2000) war hier eine sehr wichtige und notwendige Korrektur, doch reicht das längst nicht mehr.

In die Zukunft

Die progressiven „Reform“-Pläne, lautstark propagiert, zielen aktuell vor allem auf zwei Punkte: Papsttum und Zölibat. Die Entmachtung des Papsttums, zweihundertjähriger Traum der Revolution, wird derzeit durch Begriffe wie „Subsidiarität“, „Kontinental-Patriarchate“, „bischöfliche Kollegialität“ und „Demokratisierung“ vorangetrieben. 

Während alle globalen Mächte über straffe, ultrazentralistische und dementsprechend effiziente Führungsstrukturen verfügen, soll ausgerechnet die Kirche sich dezentralisieren, durch ein Rätesystem lahmlegen, sich möglichst hilflos der Ausbeutung durch örtliche Lobbys und weltliche Mächte preisgeben und in weitreichend abgespaltete „Landeskirchen“ tranchieren lassen. Stattdessen ist es notwendig, die kirchliche Zentralgewalt zu stärken und lokale Abspaltung und Misswirtschaft zu beenden. Im Einklang übrigens mit der katholischen Soziallehre, die hier von Modernisten falsch interpretiert wird.

Der Zölibat, eindeutig dem Vorbild Christi und der Apostel folgend, ist unverzichtbares Qualitätsmerkmal des katholischen Klerus; jede Aufweichung würde, speziell heute, Tür und Tor für modernistischen Funktionärspöbel öffnen, der die Amtsstellen der Kirche überflutete und sie in einträgliche Pfründe für seine sektiererischen und nur allzu weltlichen Absichten verwandelte. Es gibt jenen Priestermangel nicht, der angeblich nur durch das Modell „bewährte Laien“ behoben werden kann. Der Priestermangel der Gegenwart ist maßgeblich kirchenintern herbeigeführt, Folge des Versuches, den Klerikernachwuchs nach liberalen Maßstäben auszusieben und Konservativen den Zugang zum Priesteramt zu verwehren.

Neben der Straffung der kirchlichen Verwaltung, der Rückkehr zu Tradition und Identität, der Selbstbehauptung gegenüber Apostasie und liberaler Aggression, wird die allgemeine und nachhaltige Wiederinstandsetzung einer qualitativ akzeptablen Priesterausbildung vorzunehmen sein. Mit starker Hand muss überdies endlich weltweit disziplinär eingegriffen werden zur Stabilisierung der inneren Ordnung der Kirche.

All diese uncharmanten kirchenpolitischen Maßnahmen sind, wir wollen es klar aussprechen, Voraussetzung für die weitere Verkündigung der Botschaft Christi in einer Zeit, zu welcher diese Botschaft zunehmend inkompatibel wird. Gibt die Kirche aber auf, Widerspruch gegen Fehlentwicklungen zu wagen und ihrerseits Gesellschaftsveränderung zu erstreiten, dann schlägt sie den breiten Weg der Anpassung ein, zu dem Bequemlichkeit, Feigheit und vielleicht auch „Mehrheit“ raten, und verrät ihre Sendung. Unsere Kritik verbindet sich mit Dankbarkeit für das Pontifikat von Johannes Paul II. und mit dem Gebet für den regierenden Pontifex Maximus und die eine heilige Kirche.

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